Mendelssohn Festival – Der Auftakt

Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) – Streichquartett d-Moll KV 421
– Fine Arts Quartet –

Franz Schubert (1797-1828) – Fantasie f-Moll für Klavier zu vier Händen D.940
– Witkowski Piano Duo –

Pause

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – Sonate für Violine und Klavier F-Dur
– Sophia Jaffé, Sofja Gülbadamova –

George Enescu (1881-1955) – Rumänische Rhapsodie Nr. 1 A-Dur op. 11 arrangiert für Klavier, Streichquartett und Kontrabass von Jacques Enoch
– Fabio Witkowski, Fine Arts Quartet, Jens Bomhardt –

Im Auftaktkonzert des IMF begegnen sich vier Komponisten auf Augenhöhe: Eröffnet wird das Mendelssohn Festival mit Wolfgang Amadeus Mozarts KV 421, dem einzigen Mollquartett unter den zehn großen Streichquartetten des Komponisten. Dem stimmungsvollen d-Moll-Streichquartett sagt man einen biografischen Hintergrund nach: Die Schmerzenstöne des Menuetts werden gerne mit der Schwangerschaft und Niederkunft Constanzes in Verbindung gebracht, die Mozart vom Nebenzimmer aus miterlebt haben soll. Darüber mag man streiten – ganz offenkundig ist der autobiografische Bezug aber bei der folgenden Schubert-Fantasie. Vom ersten Ton an verkündet die f-Moll-Fantasie, die mit einer Widmung an seine heimliche Liebe Comtesse Caroline von Esterházy versehen war, tiefe Trauer und ungewöhnlichen Schmerz. Tiefer Schmerz und pure Lebensfreude liegen oft nah beieinander. Schon der erste Satz der posthum entdeckten Violinsonate F-Dur von Felix Mendelssohn wirkt ansteckend fröhlich. Lebensfreude versprüht auch die Rumänische Rhapsodie Nr. 1 von George Enescu, der die Musik seines Heimatlandes präsentiert. Feurig-virtuose Balkan-Klänge prägt das Orchesterwerk, das in einem Arrangement für Klavier, Streichquartett und Kontrabass auf die Bühne kommt. Dass Enescu schon als kleines Kind von Geigenklängen verzaubert und selbst ein begabter Instrumentalist war, lässt sich hier ebenso gut heraushören.